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Zugangsvoraussetzungen

Empfehlenswert ist der Mittlere Bildungsabschluss. Wünschenswert sind darüber hinaus gute Englischkenntnisse.


Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung erstreckt sich über drei Jahre. In der Grundstufe und der Fachstufe I findet der Unterricht im Blocksystem statt. In dieser Zeit besuchen die Auszubildenden die Berufsschule über Zeiträume von 4 bis max. 8 Wochen am Stück, verteilt über die Schuljahre. Gleiches gilt für den Einsatz in den Unternehmen, wobei die Ferienzeiten zu den betrieblichen Zeiten addiert werden. Die aktuellen Blockpläne finden Sie auf der Startseite hinterlegt.

Das dritte Ausbildungsjahr, die Fachstufe II, erfolgt in Teilzeitunterricht. Im ersten Halbjahr der Fachstufe II findet der Unterricht montags und donnerstags statt, im zweiten Halbjahr entfällt der Donnerstag.


Lernfelder/Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau ist nach Lernfeldern geordnet. Der Unterricht, verteilt auf die Ausbildungsjahre 1-3, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Themen der nachfolgend aufgezählten Lernfelder:

LF 1   In Ausbildung und Beruf orientieren

LF 2   Marktorientierte Geschäftsprozesse eines Industriebetriebes erfassen

LF 3   Wertströme erfassen und dokumentieren (Finanzbuchhaltung)

LF 4   Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen (KLR)

LF 5   Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren

LF 6   Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren

LF 7   Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen

LF 8   Jahresabschluss analysieren und bewerten

LF 9   Das Unternehmen im gesamt- und weltwirtschaftlichen Zusammenhang einordnen

LF 10 Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren

LF 11 Investitions- und Finanzierungsprozesse planen

Ergänzt wird der Unterricht in der Grundtstufe und Fachstufe I durch vertiefenden Englischunterricht sowie die Arbeit mit speziellen EDV-Programmen in den Bereichen Auftragsbearbeitung und Finanzbuchhaltung.

 


Zusatzqualifikationen

Ausbildungsbegleitend ist der Erwerb des ECDL Computerführerscheins möglich. Zusätzlich kann das Cambridge Certificate Business Englich (Stufe 1) erworben werden. Beide Maßnahmen werden von externen Dozenten angeboten und sind kostenpflichtig.

 


Prüfungen

Die Ausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau beinhaltet die traditionelle Prüfungsabfolge kaufmännischer Ausbildungsberufe, zu der eine schriftliche Zwischenprüfung sowie eine schriftliche Abschlussprüfung zählen. Voraussetzung zur Teilnahme an der Abschlussprüfung ist dabei die Teilnahme an einer Zwischenprüfung.

Zwischenprüfung

Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes legen die Auszubildenden während der Ausbildung eine Zwischenprüfung ab. Die Zwischenprüfung findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres (März) statt. Zwischenprüfungen können bei einer Verkürzung der Ausbildungszeit auch im Oktober stattfinden.

Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf betriebliche und schulische Inhalte der ersten eineinhalb Ausbildungsjahre. Sie dauert 90 Minuten und umfasst praxisbezogene Aufgaben und Fälle aus den folgenden Prüfungsgebieten:

  • Beschaffung und Bevorratung
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Kosten- und Leistungsrechnung

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf alle Fertigkeiten und Kenntnisse, die innerhalb der dreijährigen Ausbildung vermittelt wurden. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Prüfungsteil. Die Prüfung in den Bereichen

  • Geschäftsprozesse
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Wirtschafts- und Sozialkunde 

ist schriftlich durchzuführen, wobei die Auszubildenden im Bereich der Geschäftsprozesse komplexe Situationsaufgaben oder Fallbeispiele eigenständig innerhalb von 180 Minuten bearbeiten müssen. Es geht schwerpunktmäßig darum, Geschäftsprozesse zu analysieren sowie Problemlösungen ergebnis- und kundenorientiert zu entwickeln. Im Bereich Kaufmännische Steuerung und Kontrolle muss der Prüfling bis zu vier praxisbezogene Aufgaben aus dem Bereich Leistungsabrechnung bearbeiten. Die Bearbeitungszeit beträgt 90 Minuten. Im Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde geht es schwerpunktmäßig um Fragen, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge mit der Beruf- und Arbeitswelt abbilden, Dauer 60 Minuten. Die Prüfungsgebiete der schriftlichen Abschlussprüfung werden auf zwei Tage verteilt.

Die praktische Abschlussprüfung im Einsatzgebiet wird am Ende der Ausbildung abgelegt. In diesem Prüfungsbereich zeigt der Auszubildende in einer Präsentation und einem Fachgespräch, dass er komplexe Fachaufgaben und Geschäftsprozesse eingenständig bearbeiten und beurteilen kann. Grundlage der praktischen Prüfung ist ein höchstens fünfseitiger Report, der selbstständig vom Prüfling erstellt wurde und die geschäftsprozessorientierte Arbeit im Einsastzgebiet dokumentiert.