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Radko-Stöckl-Schule in Melsungen

Informationsabend "Chancen und Risiken im Internet"

15.11.2011

Eltern, Schülerinnen und Schüler konnten sich informieren, wie sich ihre "Visitenkarte im Netz" auf Ihr Leben auswirken kann.

Der Informationsabend war gut besucht, sogar zwei Beamte der Polzeistation Melsungen waren anwesend. Die Fachoberschulklasse 11AT2, Fachrichtung Technik, 1. Ausbildungsabschnitt begrüßte die Gäste und Herrn Hauptkommissar Markus Brettschneider den Pressesprecher und Jugendkoordinator der Polizei Homberg.

Zu Beginn wurden einige interessante Fakten zu Facebook und ein eindringliches Video über einen Jugendlichen, der nur noch in der digitalen Welt lebt und der nicht mehr an der realen Welt teilnimmt gezeigt (www.Klicksafe.de). Einer aktuellen Meldung zufolge wurde ein Mitarbeiter eines britischen Apple-Stores von Apple gekündigt, weil er in seinem privaten facebook-Account Kritik an Apple verfasst hatte. Britische Richter haben diese Kündigung nun bestätigt und im Interesse von Apple das Recht auf freie Meinungsäußerung im Internet damit eingeschränkt. Hier zeigt sich, dass die Unternehmen facebook und andere sozialen Netze sehr ernst nehmen, weil sie wissen, dass die Jugendlichen in diesen Netzen Informationen austauschen, die für viele Nutzer sehr wichtig sind werden.

Danach präsentierte eine Schülergruppe die Funktionalität der sozialen Netze am Beispiel von facebook. Es wurde deutlich, wie viele private Informationen eingegeben werden müssen um einen Account zu erstellen.

Es zeigte sich, dass die Grundeinstellungen dieser Netze auf größtmögliche Offenheit hin ausgelegt wurden und dass der Schutz der Privatsphäre die Sache jedes einzelnen Nutzers ist. Ohne Korrektur stehen alle eingegebenen Informationen allen Nutzern zur Verfügung – man muss also aktiv werden um Einschränkungen vorzunehmen. Dass dies so ist, ist den meisten Nutzern aber nicht bewusst. So geben viele Jugendliche privateste Informationen über sich preis – eine Tatsache die sie selbst in Schwierigkeiten bringen kann und die andere zu Straftaten herausfordern kann. Diese selbst vorzunehmenden Einstellungen setzen Kenntnisse und Fähigkeiten voraus, die bei vielen jugendlichen Nutzern dieser Netze so nicht vorhanden sind. Im Verlauf der anschließenden Diskussion forderten die Eltern die Schule auf, diese Inhalte in die schulische Bildungsarbeit aufzunehmen.

Weitere Gruppe präsentierten die Chancen, die Risiken und die Nebenwirkungen dieser neuen Medien. Dabei wurde deutlich, dass den großen Chancen mindestens ebenso große Risiken gegenüberstehen. Es kommt ganz auf die Art der Nutzung an, was davon überwiegt. Im Anschluss wurden die Ergebnisse der Elternbefragung vorgestellt. Auch hier zeigte sich die große Ambivalenz: ca. 70 Eltern hatten sich an der Befragung beteiligt, für 43% überwogen die Vorteile dieser neuen Netze, die zukünftige Entwicklung wurde aber nur von 30% der Befragten positiv beurteilt. Die Skepsis der Befragten wurde insbesondere bei der Frage nach der Sicherheit der Daten deutlich: nur 10% der Befragten beurteilte die Datensicherheit mit „Gut“, während 46% der Befragten sie „Schlecht“ beurteilte.

Die rechtliche Seite beleuchtete im Anschluss Markus Brettschneider: Er zeigte Zusammenhänge mit dem Privatrecht und dem Strafrecht auf und zeigte, dass es viele Gesetze im Zusammenhang mit Internetstraftaten gibt, gegen die man verstoßen kann. Es wurde aber auch klar, dass die Strafverfolgung sich teilweise sehr schwierig gestaltet, da viele Server im Ausland stehen und vom Arm der deutschen Strafjustiz nicht erreicht werden können.

Die Diskussion am Ende des Informationsabends zeigte die Betroffenheit aller Beteiligten und machte deutlich, dass vor allem die Schülerin und die Schüler der Klasse am Meisten gelernt haben. Sie haben ihre Accounts jetzt sicherer gemacht, nachdem sie die Wichtigkeit selbst erkannt hatten. Auch die Eltern haben viele neue Informationen erhalten und der Zusammenhang mit Erziehung und dem Gespräch mit den Kindern über ihre Freizeitgestaltung wurde sehr deutlich. Die Eltern haben sich rege an der Diskussion beteiligt und auch auf die Vorteile dieser Zukunftstechnologie aufmerksam gemacht. Die Chancen, die sich durch die kostengünstige Kommunikation über große Entfernungen ergeben, die Möglichkeit mit vielen örtlich unabhängig zusammenzuarbeiten wurden hervorgehoben.

Dieses Thema ist auch für die Schule relevant. Die Zusammenarbeit mit einem externen Experten, wie Herrn Brettschneider hat sich bewährt. Auch dessen Arbeit wird nachhaltiger, wenn sich die Lerngruppen selbst sehr stark mit diesem Thema auseinandersetzen. Es wurde verabredet darüber nachzudenken wie dieses Thema in das Schulcurriculum eingebunden werden kann.

Am Ende der Veranstaltung wurde das Video: „Wo ist Klaus?“ gezeigt, dass ebenfalls über die www.Klicksafe.de Plattform zu erhalten ist.