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Radko-Stöckl-Schule in Melsungen

Religionsunterricht mal anders gedacht

26.06.2017

Das erste Ausbildungsjahr hielt für die angehenden Elektroniker für Geräte und Systemtechnik so manche Herausforderung bereit. Neben neuen Mitschülern und Lehrern gab es neue Fächer und Lerninhalte zu entdecken.

Von links nach rechts: Auszubildende Matthias Barg, Omid Rahimi, Mansoor Ahmed mit ihrem Universaltisch

Und auch ein bekanntes Fach tauchte, für Manchen unerwartet, wieder auf dem Stundenplan auf, Religion. „Was hat denn Religion mit unserem Beruf zu tun?“ Eine häufig gestellte Frage. Am Ende des ersten Ausbildungsjahres hatten die Auszubildenden eine Vorstellung davon, was diese Frage beantworten könnte.

Während des vergangenen Ausbildungsjahres wurde im Religionsunterricht das Thema „Klimawandel und Schöpfungsverantwortung“ behandelt. Die Auszubildenden setzten sich mit verschiedenen Schöpfungsgeschichten und Mythen auseinander und erarbeiteten sich umfangreiches Wissen zum Klimawandel und dessen Folgen sowie den Möglichkeiten, diesem entgegenzutreten. Nach der Theorie erfolgt bekanntlich die Praxisumsetzung.

Die Auszubildenden erhielten die Aufgabe in Kleingruppen ein Up-Cycling Projekt zu entwickeln, in das ihre erworbenen fachlichen Kenntnisse der Ausbildung einfließen sollten. Die Projekte mussten also zwangsläufig mit Elektrotechnik zu tun haben. Zudem wurden die Auszubildenden von den beiden betreuenden Lehrkräften, Frau Bürger und dem Stellvertretenden Schulleiter Markus Gille, dazu angehalten, möglichst wenig neue Materialien zu kaufen, sondern, soweit möglich, bereits verwendete Materialien einer neuen Bestimmung zuzuführen (Up-Cycling).

Die Auszubildenden begannen eifrig die Planung und Umsetzung ihrer Projekte, die dann im Klassenverbund Mitauszubildenden und Lehrkräften präsentiert wurden.

Insgesamt gab es sieben Up-Cycling Projekte zu bestaunen:

1) Der Turbo XD, 2) Das Werkzeugkistenradio, 3) Der Cooling Bucket, 4) Der Future Table, 5) Die Fußballlampe, 6) Der Universaltisch und 7) Der flexible Standventilator.

1)  Der Turbo XD ist ein Ventilator, der aus einem alten Plastikeimer und einem PC-Lüfter besteht, wurde von zwei Auszubildenden entwickelt und gebaut.

2)  Das Werkzeugkistenradio macht seinem Namen alle Ehre, denn es besteht aus einem alten Autoradio und Boxen, die in eine alte Werkzeugkiste eingezogen sind und wurde ebenfalls von zwei Auszubildenden kreiert.

3)  Der Cooling Bucket ist der perfekte Begleiter im Sommer, denn es handelt sich um einen isolierten und mit kleinen Computerventilatoren gekühlten Plastikeimer, der mit einem kleinen Akku betrieben wird. An der Entwicklung und Umsetzung waren drei Auszubildende beteiligt.

4)    Der Future Table entstand aus einem Beistelltisch, der von den vier Auszubildenden mit mancherlei Gadgets, wie zum Beispiel einem Handyhalter aus einer Kassettenhülle, Kabelhaltern aus Legofiguren, einer alten Lampe als Unterbaubeleuchtung oder einer Bluetooth Lautsprecherbox, versehen wurde.

5)  Die Fußballlampe, bestehend aus einer Plastikflasche, einer Lampenfassung mit Zuleitung und einem alten aufgeschnittenen Fußball und ist das Dekoelement, das bisher auf Fußballabenden gefehlt hat, dachten sich die vier Auszubildenden, die die Idee zu diesem Projekt hatten.

6)  Der Universaltisch ist nicht nur ein absoluter Blickfang, sondern auch ein Must-Have für alle Technikfans. Ein alter Couchtisch mit Glasplatte wurde nicht nur indirekt beleuchtet, sondern bekam durch viele Computerplatinen ein ganz eigenes Flair. Die drei Auszubildenden haben in mühevoller Kleinarbeit alle Stücke zusammen gepuzzelt.

7)   Die Erfindung des flexiblen Standventilators kam von einem Zweierteam, die ebenfalls alte Computerteile verwendeten, sowie ein flexibles Rohr, damit der Ventilator in jede erdenkliche Richtung gedreht werden kann.

In alle sieben Projekte ist viel Arbeit hineingeflossen. Auch auf die Einhaltung der notwendigen Sicherheitsbestimmungen musste geachtet werden.

Das Unterrichtsprojekt „Up-Cycling“ war für Auszubildende und Lehrkräfte ein voller Erfolg. Die Auszubildenden konnten so ihre erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten ihres angestrebten Berufes mit dem Hintergrundwissen über die Schöpfungsverantwortung der Menschen miteinander verbinden. Up-Cycling Projekte wurden im Rahmen des Religionsunterrichtes auch in zwei Fachoberschulklassen und der Höheren Handelsschule, je unter einem eigenen Schwerpunkt, durchgeführt. So lag dieser bei der Fachoberschule für Sozialwesen beispielsweise auf der Entwicklung eines Projektes, das mit Kindern umsetzbar sein sollte, im Bereich Wirtschaft und Verwaltung konnten neben der Umsetzung des Projektes vor allem die erworbenen Kenntnisse über Marketing angewendet werden.

Wir freuen uns darauf auch im kommenden Schuljahr wieder Up-Cycling Projekte an der Radko-Stöckl-Schule anbieten zu können.