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Im Jubiläumsjahr blickt die Radko-Stöckl-Schule zurück in ihre Geschichte

Bereits im Jahre 1826 beantragten 9 der 11 Zunftmeister des Oberzunftamtes zu Melsungen bei der kurfürstlichen Regierung die Einrichtung einer Handwerkerschule. Erst vier Jahre später stimmte die Regierung zu - allerdings nur unter der Bedingung, dass es den Staat nichts kosten würde.

Die Verhandlungen über die staatlichen Auflagen und die notwendige Finanzierung erstreckten sich über weitere 7 Jahre. So konnte der Unterricht erst im September 1837 aufgenommen werden. Zwei Lehrkräfte unterrichteten Sonntags bis Donnerstags insgesamt 10 Stunden pro Woche.

Auf dem Lehrplan standen:

  • Schreiben und deutsche Sprache
  • Arithmetik
  • Geometrie
  • Zeichnen
  • Modellieren
  • Baumaterialkunde
  • Naturkunde und andere praktische Gegenstände
  • Länder- und Völkerkunde.

Die Kaufleute der Stadt Melsungen haben sich erst im Jahre 1910 entschlossen zwei Berufsschulklassen nachmittags zu unterrichten. Es wurde:

  • Deutsch
  • Handelskunde
  • Buchführung und
  • Rechnen unterrichtet.

Diese Unterrichtsangebote wurden zu den Vorläufern der kaufmännischen und der gewerblichen Abteilungen der heutigen Radko-Stöckl-Schule.

Aus kleinen Anfängen mit zunächst etwa 120 Schülerinnnen und Schülern entwickelte sich das Bildungsangebote und wurde im Jahre 1937 zur "Kreisberufsschule Melsungen" zusammengefasst und um eine hauswirtschaftliche Abteilung ergänzt. Damals besuchten 650 Schülerinnen und Schüler die Schule.

Durch die Eröffnung der Kreisberufsschule wurde erstmals eine berufsspezifische Bildung möglich, mit einer fachlichen Differenzierung und dem Einsatz von hauptamtlichen Lehrkräften.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurde diese Entwicklung unterbrochen und im Jahre 1946 fortgesetzt. Nach mehreren Umzügen wurde 1971 das "Berufliche Schulzentrum" auf dem Galgenberg errichtet, dass die Radko-Stöckl-Schule immer noch nutzt.

War die Kreisberufsschule Melsungen bis in die 60er-Jahre eine reine Teilzeitberufsschule nach dem dualen Prinzip, also mit Schülerinnen und Schülern die einen Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb hatten, so entwickelte sich nun daneben eine Vollzeitschulform nach der anderen.

Neben der Teilzeitberufsschule mit 880 Schülerinnen und Schülern besuchen 613 Schülerinnen und Schüler die Vollzeiteinrichtungen. Die größte Schulform neben der Teilzeitberufsschule ist heute die Fachoberschule mit 387 Schülerinnen und Schülern. In 14 Klassen werden zur Zeit die Fachrichtungen Technik, Wirtschaft (differenziert in Wirtschaft und Verwaltung, Wirtschaftsinformatik) und Sozialwesen angeboten.

Vor 40 Jahren hat der Unterricht in der Fachoberschule mit 22 Schülerinnen und Schülern in den Fachrichtungen Technik und Wirtschaft begonnen. Aus kleinen Anfängen hat sich diese Schulform zu einem unserer erfolgreichsten Unterrichtsangebote weiterentwickelt.

Die Gesamtschülerzahl unserer Schule hat sich in den letzten Jahre stabil gehalten:

Schülerinnen und Schüler der Radko-Stöckl-Schule
SchuljahrSchülerinnen und Schüler gesamtTeilzeitVollzeit
2006/71583948635
2007/81514912602
2008/91525899626
2009/101528887641
2010/111500868632
2011/121493880613

 

Unter der Überschrift "175 Jahre Berufliche Bildung in Melsungen" werde ich Ihnen in Zukunft in loser Folge weitere Einblicke in die Geschichte unserer Schule geben.

Oberstudiendirektor Hans Bernd Richter, Schulleiter