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Anerkennungspreis: „Technikhaus Energie Plus“ – Lernort für regenerative Energien und Nachhaltigkeit

v.l.: K. Burchart u. M.Gille (Projekt­leitung) mit Dr. P. Krause (CO2NTRA-Beirat)

Mit Unterstützung verschiedener Kooperationspartner wird das ehemalige Hausmeisterhaus der Radko-Stöckl-Schule zu einem energieautarken Schulungs- und Weiterbildungszentrum umgebaut. Das bundesweit einmalige Haus soll gewerkeübergreifende Schnittstellen sowie den Einsatz verschiedener Werkstoffe und Systeme demonstrieren. Nicht nur Auszubildende der Schule können das Modellhaus für Lernzwecke nutzen. Auch umliegenden Bildungseinrichtungen und der breiten Öffentlichkeit steht das Schulungszentrum zu Demonstrationszwecken zur Verfügung. CO2NTRA unterstützt das Projekt mit einem Anerkennungspreis.

 

Am Abend des 02. Mai 2011 wurde die Radko-Stöckl-Schule Melsungen für die modellhafte Sanierung des ehemaligen Hausmeisterhauses zu einem energieautarken „Technik Energie Plus“-Haus im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum ausgezeichnet. Die Preisverleihung der Klimaschutz-Initiative CO2NTRA der SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG fand im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der ersten Ludwigshafener Klimawochen statt. Vor prominentem Publikum ehrten Michael Wörtler, Vorstandsvorsitzender von ISOVER, und Prof. Dr. Wolfgang Seiler, Klimaschutz-Experte und Vorsitzender des CO2NTRA-Beirates, die anwesenden Vertreter der Berufsschule des Schwalm-Eder-Kreises.

 

Sanierung wird erlebbar und erlernbar

Seit September 2010 läuft die energetische Sanierung des Technikhauses. Nach der Fertigstellung soll das Haus mehr Energie erzeugen als es verbraucht. Der Wärmeverlust nach außen wird durch optimale Dämmung der Gebäudehülle minimiert und als nachhaltige Energieversorgung werden Sonnenenergie und Biomasse eingesetzt. Durch hocheffiziente Sanierung kann der Primärenergiebedarf von 282 kWh/m2 auf 15 kWh/m2 pro Jahr gesenkt werden. Die Sanierung soll exemplarisch erlebbar gemacht werden, weshalb verschiedene Systeme zum Einsatz kommen. So sind drei Lüftungssysteme, vier verschiedene Wanddämmsysteme, fünf Sonnenkollektorsysteme und zwei Dacheindeckungssysteme geplant. Durch den Einsatz verschiedener Techniken werden diese vergleichbar gemacht. Durchgeführt wird die Sanierung von zwei Ingenieurbüros für Architektur und Energieberatung in Zusammenarbeit mit Lehrkräften und regionalen Handwerksbetrieben.

 

Vielfältiges Nutzungskonzept

Auch nach Fertigstellung werden die Schnittstellen zwischen den einzelnen Gewerken sichtbar bleiben. So kann das Gebäude als energetisches Gesamtsystem erfasst und verstanden werden – nicht nur von den Auszubildenden, die hautnah bei den Sanierungsarbeiten dabei sein werden. Während der Umsetzungsphase werden alle für eine erfolgreiche energetische Sanierung erforderlichen Arbeitsschritte dokumentiert und für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften aufbereitet. Auch regionale Architekten- und Planungsbüros sowie Handwerksunternehmen können das Gebäude nutzen, um Bauherrn an einem Objekt nicht nur die Effizienz einer energetischen Sanierung, sondern auch die Details und Alternativen anschaulich vor Ort aufzuzeigen. Weiteren Besuchergruppen, von Kindergärten bis hin zu Einrichtungen der Erwachsenenbildung, steht das Haus für Veranstaltungen und Themenabende offen. Auf diese Weise soll die breite Öffentlichkeit für die energetische Optimierung ihrer Gebäude sensibilisiert und die bestehenden technischen Möglichkeiten aufgezeigt werden.

 

Vorbildcharakter – dieser Meinung ist auch die Jury

Das „Technikhaus Energie Plus“ ist nicht nur ein Lern- und Lehrhaus, sondern auch ein Beratungs- und Tagungshaus für Fachgespräche und Kundenveranstaltungen. Der modellhafte energetische Umbau zum Energie Plus-Haus ist bundesweit einmalig und hat Vorbildcharakter. Dieser Meinung ist auch der CO2NTRA-Beirat, der das Projekt für seinen Beitrag zum Klimaschutz mit einem Anerkennungspreis auszeichnet. „Die Idee der Mustersanierung ist einzigartig. Außerdem wird durch die Einbeziehung der regionalen Bildungseinrichtungen und Handwerksbetriebe die breite Öffentlichkeit erreicht“, meint Michael Wiessner, Vorstand Marketing und Vertrieb der SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG und Mitglied des CO2NTRA-Beirats. „Das Technikhaus Energie Plus zeigt übertragbare und wirtschaftlich sinnvolle Sanierungskonzepte auf. Wir hoffen, dass das Zentrum viele Menschen motiviert, selbst tätig zu werden und in den Klimaschutz zu investieren.“

 

Hintergrundinformationen zur Klimaschutz-Initiative CO2NTRA

Die unabhängige und gemeinnützige Initiative CO2NTRA wurde 2005 von der SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG, dem Marktführer im Bereich mineralischer Dämmstoffe, gegründet. CO2NTRA schreibt jährlich Förderprojekte und Förderpreise aus, die mit Fördergeldern von rund 200.000 Euro dotiert sind. Damit unterstützt die Klimaschutz-Initiative aktiv innovative Klimaschutzkonzepte, die darauf abzielen, den CO2-Ausstoß zu senken und die Öffentlichkeit zum Mitmachen oder zur Nachahmung zu animieren. Unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Seiler, Direktor i.R. des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU), Karlsruhe Institute for Technology, bewertet der zehnköpfige CO2NTRA-Beirat, bestehend aus namhaften Experten aus den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft, die eingereichten Projekte.

 

Mehr Informationen zur Klimaschutz-Initiative CO2NTRA und zu den Preisträgern können unter www.contra-co2.de abgerufen werden.