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Radko-Stöckl-Schule in Melsungen
19.02.2019 16:32 Alter: 214 Days

Schwalm-Eder-Kreis zeichnet energiesparende Schulen aus

Im Rahmen des pädagogischen Prämienmodells „Energie sparen an Schulen“ zeichnet der Schwalm-Eder-Kreis Schulen im Kreisgebiet aus, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Projekte zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Kohlenstoffdi- oxid-Belastung durchführen. Während einer Feierstunde kamen Vertreterinnen und Ver- treter der zu ehrenden Schulen im Technikhaus der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen zusammen, um ihre Urkunden entgegen zu nehmen sowie die Höhe der jeweiligen Prämie zu erfahren, die vom Schwalm-Eder-Kreis nun an die einzelnen Schulen ange- wiesen wird.

Das Projekt „Energie sparen an Schulen“

Jedes Jahr werden alle Schulen im Schwalm-Eder-Kreis zur Teilnahme am pädagogi- schen Prämienmodell aufgefordert. Die Schulen erhalten einen Fragebogen zu den Themen Energieverbrauch an der eigenen Schule, Schulprojekte und Aktivitäten zum Klimaschutz sowie Energiesparen, Einbindung des Themas Energiesparen in den Unterricht und in das Schulprogramm, Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung im Bereich Energie und Umwelt, Einhaltung von Energiesparregeln wie die richtige Raumtempera- tur, das Ausschalten des Lichts oder das Schließen der Fenster.

Mithilfe eines Kriterienkatalogs werden die Maßnahmen und Aktionen in den Schulen in Form einer Punktevergabe festgehalten. Am Ende des Schuljahres wird die erreichte Punktzahl unter Einbeziehung der Schülerzahl in eine Prämienzahlung umgerechnet.

Bisher orientierte sich die Umrechnung anhand eines Schlüssels zu einem großen Teil an den Schülerzahlen der Schulen. In diesem Jahr wurden die erreichten Punkte durch die unterschiedlichen Aktionen an den Schulen stärker zur Prämienberechnung gewich- tet, „um die hervorragenden Leistungen der Schulen noch stärker würdigen und auch Schulen mit geringeren Schülerzahlen prämieren zu können“, erklärte Helmut Mutschler während seiner Begrüßungsworte.

Erstmals Sonderpreise für Schulen verliehen

Erstmals hat der Schwalm-Eder-Kreis für das Schuljahr 2017/18 einen Sonderpreis für besonderes Engagement bei Projekten und Aktivitäten zum Thema Energie und Klima- schutz verliehen. Die Auszeichnung für den ersten Platz und die damit verbundene Prämie in Höhe von 1.500 Euro erhielt die Osterbachschule in Homberg für ihre vielfälti- ge, jahrelange Arbeit zu den Themen Nachhaltigkeit, Energiesparen und Umweltschutz. Für den Bau eines Gewächshauses und Schulgartens ist das Schwalmgymnasium Tre- sya mit dem zweiten Platz und einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro ausgezeichnet worden. Das Projekt „Vom Ei zum Küken" der Grundschule Gudensberg belegte den dritten Platz mit einer Prämie in Höhe von 500 Euro.

Ergebnis für das Schuljahr 2017/18

Von 67 Schulen beteiligten sich 44 am pädagogischen Prämienmodell. Die die durch- schnittliche Punktzahl lag bei 40,7 von maximal 50 zu erreichenden Punkten. Die höchs- ten Bewertungen erhielten die Schule am Reiherwald in Wabern, die Grundschule in Gudensberg-Obervorschütz und die Drei-Burgen-Schule in Felsberg mit jeweils 49 Punkten. Die durchschnittliche Prämie lag bei 610 Euro ohne die Sonderpreise.

Insgesamt werden vom Schwalm-Eder-Kreis rund 30.000 Euro als Prämien pro Schul- jahr an die Schulen ausgezahlt. Demgegenüber stehen Einsparungen beim Energiever- brauch im vergangenen Schuljahr in Höhe von zirka 2 Millionen Euro. Kreisbeigeordne- ter Helmut Mutschler bedankte sich zum Ende der Veranstaltung bei allen Teilnehmern und gratulierte den Preisträgern im Namen der Gremien des Schwalm-Eder-Kreises:

„Die Projekte und Ideen an Ihren Schulen fördern nachhaltig bei den Schülerinnen und Schülern den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Energieressourcen, dem Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Unterstützen Sie weiterhin die Schul- hausverwalterinnen und –verwalter beim Energiesparen, damit auch nachfolgende Ge- nerationen eine lebenswerte Umwelt haben.“

Die HESA informiert: Eröffnung der Ausstellung „Fassadendämmung“ im Technikhaus Energie, Melsungen

Die Hessische Energiespar-Aktion (HESA) zeigt im Technikhaus Energie, Evesham-Allee 4, 34212 Melsungen, bis zum 12. April die Ausstellung „Fassadendämmung“. Die Ausstellung wird auch im Unterricht der Radko-Stöckl-Schule (Kompetenzzentrum für berufliche Bildung des Schwalm-Eder-Kreises) eingesetzt. Kostenloses Informationsmaterial ist vor Ort erhältlich.

Die Fassade verliert unter allen Bauteilen eines Hauses die meiste Energie im Winter. Besonders hoch sind die Wärmeverluste an unzureichend gedämmten Außenwänden. Die Wandinnenoberflächen ungedämmter Wände kühlen im Winter stark aus, was Feuchte- und Schimmelschäden enorm begünstigt. Energieeinsparungen von 15 bis 25 Prozent können durch die Dämmung der Fassade erzielt werden. Für die Dämmung der Außenwand beschreibt die Ausstellung vier verschiedene Systeme: Wärmedämmverbundsystem, Vorgehängte Fassade, Kerndämmung, Innendämmung. Die bauphysikalischen Vorteile gedämmter Wände werden dargestellt: Die Wandinnenoberflächen gedämmter Außenwände bleiben im Winter warm und  wirken somit der Bildung von  Kondensat und letzten Endes Schimmel entgegen.

 

Informationen zu Energieberatungsangeboten: www.energiesparaktion.de.

BAFA-Energieberaterliste für die geförderte „Vor-Ort-Energieberatung“: www.bafa.de bzw. www.energie-effizienz-experten.de.

Verbraucherzentrale Hessen unter: www.verbraucherzentrale-hessen.de.

Die Hessische Energiespar-Aktion, www.energiesparaktion.de, ist ein Angebot der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA).


Lernen mit dem Stromer

Schulleiter Hans Bernd Richter hat das neue E-Auto der Radko-Stöckl-Schule schon getestet. Er ist einmal durch den Stadtwald gefahren und war erstaunt, „wie viel Fahrspaß das macht“, sagte er bei der Übergabe des Kleinwagens, der komplett mit Strom fährt, an die Melsunger Berufsschule. Damit sollen die angehenden Kfz-Mechatroniker die neue Technik an Elektroautos lernen. Das Besondere: Das Auto wurde mit Preisgeld finanziert. 2014 wurde der Landkreis für das schuleigene Technikhaus EnergiePLUS mit dem Kommunalen Klimaschutz Preis ausgezeichnet. Die Stadt Melsungen hat den Kauf gefördert. Den Rest hat der Förderverein der Schule finanziert.


„Das Auto ist ein weiterer Puzzlestein im Gesamtkonzept der Beruflichen Schulen“, sagte Landrat Winfried Becker. Er dankte den Technik-Lehrern: Sie mussten nämlich eine Zusatzqualifikation für Hochvolt-Technik erwerben, wofür sie den Inhalt eines 400 Seiten dicken Ordners im Eigenstudium lernen und anschließend Prüfungen in Theorie und Praxis ablegen mussten. Nun sind sie auf dem neuesten Technikstand und können ihn an die Schüler weitergeben. „Hier beginnt Zukunft“, sagte Wolfgang Scholz, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft und betonte die gute Zusammenarbeit von Schule und Ausbildungsbetrieben.


Die Hochvolttechnik ist ein wichtiger Ausbildungsbaustein für die angehenden Kfz-Mechaniker. Markus Gille Abteilungsleiter Technik an der RSS, gab ein Beispiel: „Wenn ein Auto auf der A 7 liegenbleibt und zu einer Autowerkstatt kommt, haben die Mitarbeiter dort oft ein Problem mit der neuen Technik.“ Erst seit einigen Jahren sind immer mehr Elektroautos in größerer Anzahl unterwegs – und deshalb ist die neue Technik mittlerweile Teil der Ausbildung zum Kfz- Mechatroniker. Kay-Henric Engel vom  Förderverein betonte, dass Bildung durch Anschauung und Mitmachen lebe, nicht nur durch Frontalunterricht. Weil das Auto auf den Verein zugelassen ist, kann es ausgeliehen werden: Das ist für Mitglieder des Fördervereins gegen eine Gebühr möglich. Alle anderen müssten dem Verein beitreten.


(Hessisch-Niedersächsische Allgemeine - Lokalausgabe Melsungen - erschienen 02.02.2016)