Demokratie stärken, Verantwortung übernehmen - Projekttage und Antimobbing-Parcours an der Radko-Stöckl-Schule setzen wichtige Impulse für ein respektvolles Miteinander

25.06.26

Demokratie lebt vom Mitmachen, vom gegenseitigen Respekt und von der Bereitschaft, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Wie wichtig diese Werte sind, konnten die Lernenden der Klasse 11BSA der Radko-Stöckl-Schule im Rahmen der Projekttage „Aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ eindrucksvoll erfahren. Ziel der Projekttage war es, die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu fördern, für die Gefahren extremistischer Ideologien zu sensibilisieren und die Bedeutung demokratischer Grundwerte für das heutige Zusammenleben sichtbar zu machen.

Den Auftakt bildete ein Workshop zum Thema Antisemitismus, der von Stefanie Hofmann vom Bund deutscher Pfadfinder*innen gestaltet wurde. Die Lernenden setzten sich dabei mit historischen Hintergründen, aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus sowie Fragen von Vorurteilen, Diskriminierung und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander.

Ein weiterer Projekttag führte die Klasse nach Felsberg. Im Rahmen eines biografischen Stadtrundgangs erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Lebensgeschichten jüdischer Familien, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und deportiert wurden. Der Besuch der ehemaligen Synagoge machte regionale Geschichte unmittelbar erfahrbar und zeigte eindrucksvoll, welche Folgen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit für einzelne Menschen und Familien haben können.

Auch die Stadt Kassel stand im Mittelpunkt eines Projekttages. Gemeinsam mit Jasper Hillejan vom Bund deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder gingen die Lernenden der Frage nach, welche gesellschaftlichen Entwicklungen den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigten. Dabei wurden historische Orte und Mahnmale aufgesucht, die Anlass zu intensiven Gesprächen über demokratische Verantwortung und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen gaben.

Einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterließ die Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald. Die Begegnung mit dem historischen Ort machte das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen für die Lernenden greifbar. Viele nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und darüber zu diskutieren, welche Verantwortung jede Generation für den Schutz von Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt trägt.

Die Klasse 11BSA zeigte während der gesamten Projekttage großes Interesse und setzte sich engagiert mit den Themen auseinander. Die zahlreichen Gespräche und Reflexionen machten deutlich, wie wichtig politische Bildung für junge Menschen ist und welchen Beitrag sie dazu leisten kann, demokratische Werte zu stärken.

Gemeinsam gegen Mobbing

Ergänzend zu den Demokratie-Projekttagen fand an der Radko-Stöckl-Schule ein Antimobbing-Parcours statt, an dem rund 80 Lernende verschiedener Bildungsgänge teilnahmen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Schulsozialarbeiter Sven Gesenberg sowie den Lehrkräften Julia Löwen und Simone Wolf. Die Durchführung der Workshops übernahmen Kirsten und Tobias Schopf vom Kirchenkreis Schwalm-Eder, die den Antimobbing-Parcours mitentwickelt haben. Unterstützt wurden sie dabei von den Schulsozialarbeiterinnen der Gesamtschule Melsungen, Anke Kothe und Milena Oetke.

An mehreren interaktiven Stationen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Formen von Mobbing, deren Auswirkungen auf Betroffene sowie Möglichkeiten, Zivilcourage zu zeigen und Unterstützung anzubieten. Ziel war es, Empathie zu fördern und die Jugendlichen für einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander zu sensibilisieren.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Lijana Kaggwa, die durch ihre Teilnahme an der Fernsehsendung „Germany’s Next Topmodel“ bekannt wurde. In ihrem persönlichen Vortrag berichtete sie offen über ihre Erfahrungen mit Cybermobbing und verdeutlichte, welche Folgen digitale Anfeindungen für Betroffene haben können. Mit ihrer authentischen Art erreichte sie die Lernenden auf besondere Weise und regte zum Nachdenken über den eigenen Umgang in sozialen Medien an.

Die Demokratie-Projekttage und der Antimobbing-Parcours zeigen eindrucksvoll, dass Schule weit mehr ist als ein Ort des fachlichen Lernens. Sie ist zugleich ein Ort der Persönlichkeitsbildung, der Wertevermittlung und des gesellschaftlichen Engagements. Mit diesen Projekten setzt die Radko-Stöckl-Schule ein klares Zeichen für Demokratie, Respekt, Toleranz und ein wertschätzendes Miteinander und stärkt junge Menschen darin, Verantwortung für eine offene und demokratische Gesellschaft zu übernehmen.