Impulse für die Zukunft der Kunststofftechnik – Berufsschullehrkräfte und Mitarbeiter der Firma Bakelite zu Gast an der Universität Kassel
06.08.26
Wie können Hochschulen und berufliche Bildung noch enger zusammenarbeiten, um die langfristige Ausbildung und die Generierung von Fachkräften im Schwalm-Eder-Kreis zu sichern? Antworten auf diese Frage lieferte ein spannender Besuch von fünf Berufsschullehrkräften und zwei Mitarbeitern der Birma Bakelite aus Frielendorf-Spieskappel am Fachgebiet Kunststofftechnik der Universität Kassel am Freitag, 26.06.2026.
Auf Einladung von Dr. Giesen (Geschäftsführer Anwendungszentrum Kunststoffverarbeitung, UNIpace) und Professor Heim (Fachgebietsleiter Kunststofftechnik) erhielten die Gäste einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Fachgebiets. Unterstützt wurden sie dabei von Victoria Goetjes, M.Sc., (Abteilungsleiterin Materialien und Strukturen) und Dipl.-Ing. Karsten Erdmann (technisch-administrativer Mitarbeitender), die die Besucher durch einen abwechslungsreichen und informativen Vormittag führten.
Zu Beginn stand die Vorstellung der aktuellen Forschungsschwerpunkte und Arbeitsgebiete im Mittelpunkt. Schnell wurde deutlich, wie praxisnah und zugleich zukunftsorientiert am Fachgebiet Kunststofftechnik gearbeitet wird – von innovativen Werkstoffen über moderne Fertigungsverfahren bis hin zu nachhaltigen Lösungen für die Kunststoffverarbeitung.
Ein besonderes Highlight war der anschließende Rundgang durch die Technika und Labore. Die Gäste konnten sich vor Ort ein Bild von der umfangreichen technischen Ausstattung machen und erhielten interessante Einblicke in die Möglichkeiten moderner Forschung und Lehre. Beeindruckend präsentierte sich dabei auch das Anwendungszentrum UNIpace, in dem die Besucher die vielfältigen Verarbeitungs- und Prüfmöglichkeiten für Kunststoffe, insbesondere Silikone kennenlernen konnten. Diese in ihrer Breite nahezu einzigartige Infrastruktur eröffnet nicht nur der wissenschaftlichen Arbeit vielfältige Möglichkeiten, sondern bietet zugleich ein enormes Potenzial für die berufliche Bildung. Berufsschülerinnen und Berufsschüler könnten hier Verarbeitungsverfahren praxisnah kennenlernen, die in dieser Vielfalt im schulischen oder betrieblichen Alltag oftmals nicht zugänglich sind. Die Kombination aus wissenschaftlicher Forschung und industrieller Praxis verdeutlichte eindrucksvoll das hohe Innovationspotenzial des Standorts.
Den Abschluss des Besuchs bildete eine offene Gesprächsrunde, in der zahlreiche Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit entwickelt wurden. Im Mittelpunkt standen unter anderem Besuche von Berufsschulklassen an der Universität Kassel, gemeinsame Lehrerfortbildungen, Berufsorientierungsveranstaltungen sowie weitere Formate, die den Austausch zwischen Hochschule und beruflicher Bildung nachhaltig stärken können.
Dass die Kooperation keine Einbahnstraße bleiben soll, machte die abschließende Einladung zu einem Gegenbesuch nach Melsungen deutlich. Dort sollen die Mitarbeitenden des Fachgebiets Kunststofftechnik unter anderem das Technikhaus Energie Plus kennenlernen und weitere Möglichkeiten einer langfristigen Zusammenarbeit ausloten.
Der Besuch zeigte eindrucksvoll, welchen Mehrwert der direkte Austausch zwischen Hochschule, Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben bietet. Gemeinsame Netzwerke, gegenseitige Einblicke in moderne Bildungs- und Forschungslandschaften sowie der kontinuierliche Dialog schaffen beste Voraussetzungen, um den Fachkräftenachwuchs in der Kunststofftechnik auch künftig optimal auf die Herausforderungen von Wissenschaft und Industrie vorzubereiten.

